Autor-Archiv Andrea Martina

Andrea MartinaVonAndrea Martina

10 wichtige Punkte im Umgang mit depressiv Erkrankten

1. Depression ist keine WahlBetroffene fühlen sich in ihrem eigenen Körper und Geist wie gefangen!

2. Sätze wie – „Es wird alles wieder gut. Geh‘ doch mal raus. Du denkst zu viel.“ – helfen nicht. Im Gegenteil: Sie erzeugen noch mehr innere Anspannung und verschlimmern die Situation!

3. Besser ist es zu sagen: „Ich bin für dich da.“

4. Wenn Depressive auf Distanz gehen, sollte man sie nicht dazu zwingen sich zu öffnen und Zeit miteinander zu verbringen. Sie isolieren sich, weil sie sich schuldig fühlen. Es belastet sie oft sehr, eine Last für Andere zu sein!

5. Es ist ok, immer mal wieder frustriert im Umgang mit Depressiven zu werden. Aufopferung bringt niemanden etwas. An erster Stelle stehen immer die eigenen Ressourcen; wenn dann noch Kraft übrig ist, kann man versuchen zu unterstützen.

6. Depressive sind schnell mit den einfachsten Dingen überfordert. In einem Augenblick scheint mit ihnen noch alles in Ordnung zu sein, und plötzlich werden sie müde und haben überhaupt keine Energie mehr. Anhaltende Erschöpfung ist eine häufige Begleiterscheinung dieser Erkrankung.

7. Immer daran denken: Es ist nichts Persönliches gegen Sie! Depressive kämpfen jeden Tag eine innere Schlacht mit sich selbst!!

8. Versuchen Sie nicht von Ihren Erfahrungen auf die des oder der Depressiven zu schließen! Die Depression ist eine psychische Erkrankung; das ist etwas Anderes als einen schlechten Tag zu haben oder mal traurig zu sein.

9. Spielen Sie nie den ‚bad cop‘ (‚bösen Bullen‘): Das wird überhaupt nichts bringen. Wenn man Depressiven ein schlechtes Gewissen macht, werden sie sich wegen des Drucks nur noch weiter zurückziehen.

10. Versuchen Sie Ihr Möglichstes, die Dinge aus der Perspektive des oder der Depressiven zu sehen. Stellen Sie sich ein Leben vor, in dem sie andauernd von ihren Gedanken überwältigt werden. Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, gehören zu den stärksten Personen, die sie jemals kennenlernen werden.

Seien Sie einfach für Sie da und erinnern Sie sie daran, wie stark sie schon sind!!!

In Anlehnung an David Avocado Wolfe (Facebook-Beitrag) und https://www.relrules.com/10-things-to-remember-when-you-love-a-person-who-has-depression/ [englischer Beitrag vom 21.04.0217; letzter Zugriff: 06.05.2018]

Andrea MartinaVonAndrea Martina

Über „Psycho-edukation bei Kindern und Erwachsenen“ am 22. April 2018 in Markt Schwaben

Seit über 25 Jahren veranstaltet Bernhard Winter regelmäßig „Begegnungen, bei denen es darum geht, vermeintliche Gegensätze in Berührung zu bringen“ (s. Einladungsflyer zu dieser Sonntagsbegegnung). Vergangenen Sonntag trafen zwei Koryphäen aus dem Gebiet der Psychoedukation aufeinander: Prof. Josef Bäuml – Oberarzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Poliklinik Rechts der Isar der Technischen Universität München und Prof. Franz-Joseph Freisleder – Ärztlicher Direktor des Heckscher-Klinikums für Kinder und Jugendpsychiatrie in München.

Beim Thema Psychoedukation geht es um die Wissensvermittlung über seelische Zusammenhänge, für die Prof. Freisleder aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen eingetreten ist (im Bild rechts), während Prof. Bäuml eine umfassende Rückschau aus dem Erwachsenenleben dargeboten hat (links im Bild). Beide Akteure haben Veröffentlichungen zum Thema der Psychoedukation initiiert bzw. daran mitgewirkt und sind daher als treibende Kräfte dessen anzusehen, was Prof. Bäuml auch als „Dolmetschversuch“ bezeichnete: Es geht um die Übersetzung und ein besseres Eigen- und Fremdverständnis dafür, was im Gehirn bei psychischen Erkrankungen vor sich geht ~ und das auf eine mitfühlende und respektvolle Art und Weise.

In unserer Gesellschaft werden ‚psychische Aussetzer‘ fast ausschließlich als tragische Eigendynamiken gesehen. Ein ganz neuer Verständnisansatz ergab sich, als Prof. Bäuml dabei von „Verwüstungen in bester Absicht sprach. Es ist möglich ein Krankheitsverständnis zu entwickeln; und diese Form der Aufklärung sollte und kann ohne Gesichtsverlust der Patienten oder Angehörigen erfolgen.

Anschaulich demonstrierte Dr. Bäuml mit Hilfe der Präsidentin des Bayerischen Lehrerverbandes, Simone Fleischmann sowie einer weiteren Besucherin der Veranstaltung, was zum Beispiel bei einer Schizophrenie passiert. Dabei kommt es zu einem parallelen Erleben von zwei Wirklichkeiten, die nicht mehr deckungsgleich sind. Im gesunden Zustand sind die allgemeine, soziale geteilte Realität sowie das private Erleben gut miteinander vereinbar und dementsprechend stellte Dr. Bäuml die beiden Damen zunächst in einer Linie hintereinander auf. Kommt es zu schizophrenen Phasen, dann wandert die private Wirklichkeit gewissermaßen aus dieser Einheit heraus. Dr. Bäuml illustrierte diesen Vorgang im Kopf, indem eine der beiden Damen sich weit von der anderen entfernte. Aufgabe einer psychiatrischen Behandlung ist es nun, beide anzunähern und dem Patienten wieder ein vereinbares Erleben von gemeinschaftlicher und persönlicher Realität zu ermöglichen.

Nach dem knapp einstündigen Dialog zwischen den beiden Professoren, bei dem es Prof. Freisleder immer wieder rhetorisch gewandt gelang, einen regen Austausch anzustoßen, blieb noch Zeit für Fragen und Kommentare der Anwesenden. Es kam die Wortmeldung des Leiters der Polizeiinspektion Poing, da auch kurz das umstrittene, neu geplante Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz in Bayern zur Sprache gekommen war. Weiterhin meldete sich eine Mitarbeiterin der Leitstelle des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern in München und bestätigte die innovative und gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und psychologisch geschultem Personal bei Einsätzen.

Zuletzt meldeten sich zwei Frauen zu Wort, mit dem Anliegen mehr zur Aufklärung über Psychopharmaka zu erfahren sowie eine Expertenmeinung dazu zu hören, wann es sich bei ‚auffälligem Verhalten‘ um eine Krankheit handelt und wann um eine vorübergehende Phase. Prof. Bäuml trat für die vielfach ‚ungeliebten‘ Neuroleptika und Antidepressiva ein: Bei ersteren handele es sich um einen Rückfallschutz vor schizophrenen Erkrankungen und bei letzteren um eine Starthilfe, damit Selbstheilungskräfte zum Tragen kommen können. Abschließend schilderte Prof. Freisleder eindrücklich, welche Informationen seines Wissens nach nötig sind, um einzuschätzen, ob jemand tatsächlich erkrankt ist oder nur vorübergehend ‚nicht gesellschaftskonform‘: Aus seiner Sicht ist es immer notwendig, das auffällige Verhalten im Querschnitt und im Längsschnitt zu betrachten. Handelt es sich eher um eine aktuell akutgewordene Phase oder wird der Betroffene durch sein Er-Leben im gesamten Lebensverlauf beeinträchtigt? In seiner Behandlungspraxis legt Prof. Freisleder zudem großen Wert auf die Fremdanamnese.

[Erklärung: Die Fremdanamnese ist eine Form der Anamnese-Erhebung, bei der aus dem Umfeld des Patienten Personen (Angehörige, Bekannte oder andere) befragt werden und Angaben zur Erkrankung machen. Quelle: http://www.imed-komm.eu/node/654 – zuletzt abgerufen am 24.04.2018]

Allgemein zeigte diese Sonntagsbegegnung auf, wie wichtig es ist, die Augen sensibel für das Thema Psychoedukation zu öffnen und auch offen zu halten. Seien es Kinder, Eltern oder Erwachsene ~ psychische Erkrankungen gehen die ganze Gesellschaft an und ein verantwortungsbewusster, aufgeklärter Umgang mit ihnen ist unumgänglich, um seelische Zusammenhänge und Bedürfnisse gemeinsam besser zu integrieren.

Weitere Informationen zu diesem Vortrag und anderen Aktivitäten von Bernhard Winter (mittig im Bild) unter http://www.winternetz.net/news

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7 natürliche Heilmittel bzw. Tipps bei Depressionen

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es in einer depressiven Phase ist, sich selbst etwas Gutes zu tun. Dennoch; wenn du vielleicht zur Zeit eher leicht depressiv bist oder ein Angehöriger/Freund eines depressiven Menschen (bitte demjenigen nichts ‚vorschreiben‘, nur Vorschläge anbieten!), sind hier 7 Tipps, wie man Depressionen natürlich behandeln bzw. vorbeugen kann. Es geht nicht darum alle Tipps einzuhalten, aber vielleicht ist die ein oder andere Anregung für dich dabei. Bei mittel- bis schwerwiegendem Verlauf der depressiven Erkrankung können diese Hinweise jedoch niemals den Gang zum Facharzt ersetzen.

  1. Sich für gesundes Essen entscheiden

„Du bist, was du isst.“

Welches Essen man zu sich nimmt, beeinflusst die Neurotransmitter im Kopf!

+ mehr Vollwerternährung wie Gemüse, Obst, Fisch (Omega-3!) und mageres Protein

– weniger stark verarbeitete Lebensmittel wie Süßigkeiten, frittiertes Essen, verarbeitetes Fleisch, Weißmehl und stark fettige Milchprodukte

  1. Beziehungen aufbauen und Unterstützung erhalten 

Depressionen haben viel mit Emotionen zu tun, deswegen sind gute Freunde sehr wichtig.

Such‘ dir Freunde, die dich unterstützen und dich ermutigen. Vielleicht benötigst du auch therapeutische Hilfe oder findest eine gute Selbsthilfegruppe. Soziale Unterstützung ist eines der wichtigsten Heilmittel bei Depressionen. Aber die Qualität der Beziehung ist wichtig! Ungesunde Beziehungen fördern Depressionen!!

  1. Sport

Egal welche Art von Bewegung – Radfahren, Schwimmen, Joggen, Pilates, Yoga – finde einen Sport bzw. ein Hobby, das für dich gut funktioniert. Fang‘ lieber langsam an, aber bleib‘ regelmäßig dran (vielleicht am Anfang erst einmal pro Woche, später dann 2-5x pro Woche)

  1. Zeit draußen verbringen

Wenn man draußen ist, kann der Körper Vitamin D vom Sonnenlicht tanken. Schon seit langer Zeit kennt man in der Wissenschaft die Verbindung von Depressionen und fehlender Sonneneinwirkung. Bring‘ deinen Vitamin-D-Haushalt ins Gleichgewicht, indem du täglich ein wenig Zeit draußen verbringst (idealerweise in der Sonne, wenn diese scheint)

  1. Raffinierte Kohlenhydrate und Zucker vermeiden

Auch Nahrungsmittel können zur ‚Droge‘ werden: Chips, Kekse usw. setzen Serotonin frei, ein natürliches Opioid, das im Gehirn ähnlich wie die Droge Opium wirkt. Scheint erstmal nicht schlecht, aber diese Snacks führen leider auch zu Gewichtszunahme, Schlafproblemen, Hefepilzinfektionen und einem allgemein niedrigen Energielevel, was Depressionssymptome verschlechtern kann. Um deine Depressionssymptomatik positiv zu beeinflussen, greif‘ lieber zu gesünderen Snacks wie Nüssen, getrockneten Früchten, dunkler Schokolade etc.

  1. Nahrungsergänzungsmittel

Hier sind 6 natürliche Ergänzungsmittel, die bei Depressionen angewandt werden können:

  • Probiotika: Laut Studien besteht eine direkte Verbindung zwischen Darm und Gehirn; deshalb können Probiotika die Chemie im Gehirn beeinflussen und Depressionssymptome lindern.
  • Vitamin D3: Wenn man nicht genug an die Sonne kommt (Vitamin-D-Mangel), ist es eine gute Idee zusätzlich Vitamin D3 zu sich zu nehmen. Vitamin D verhält sich wie ein Hormon im Körper: es beeinflusst die Gehirnaktivität, weswegen ein Mangel dieses Vitamin zu Stimmungsschwankungen beitragen kann.
  • Biologisch aktive Pflanzenstoffe: Diese Kräuter helfen dem Körper, sein Kortisol-Level auszugleichen und zu schützen, wenn man unter Stress steht. Rosenwurz erhöht z.B. die Sensitivität deiner Neuronen und verbessert so die Stimmung. Das ayurvedische Mittel Ashvagandha hilft dem Körper Stress abzubauen, Ängste zu reduzieren und den Hormonhaushalt auszugleichen.
  • Vitamin-B-Komplex: Vitamin B beeinflusst die Funktion von Neurotransmittern. Forschungsergebnisse zeigen, dass niedrige Level von Vitamin B12 mit Depressionen in Verbindung gebracht werden können. Vitamin B12 hilft dem neurologischen System und führt dem Körper Energie zu. Wenn man regelmäßig einen Vitamin-B-Komplex einnimmt, wird die natürliche Produktion von Serotonin unterstützt und die Depressions-Symptomatik gelindert.
  • Johanniskraut: Bei leichten bis mittelschweren Depressionen, kann die Einnahme von Johanniskraut die Stimmung aufhellen. Seine Wirkung ist vergleichbar mit der von SSRIs – einer Gruppe von Antidepressiva. Gleichzeitig hat Johanniskraut weniger Nebenwirkungen als Psychopharmaka. Falls man seine Depressionen mit Johanniskraut behandeln möchte, sollte man dies jedoch unter der Beobachtung eines Arztes tun!
  1. Aromatherapie

Ätherische Öle und Düfte sind hilfreiche natürliche Heilmittel bei Depressionen und Ängsten. Lavendel hilft Stress zu vermindern, vermittelt ein Gefühl von Frieden und verbessert den Schlaf. Studien zufolge hat Lavendelöl auch neuroprotektive Effekte. Es vergrößert die Dopamin-Rezeptoren und wirkt antioxidativ. Man kann es als Badezusatz, als Raumspray oder sogar als Parfüm verwenden.

Römische Kamille wirkt leicht beruhigend, entspannt die Nerven und verhilft zu natürlicher Entspannung. Außerdem zeigen Forschungsergebnisse, dass Kamillenöl die Schlafqualität verbessern kann und Ängste vermindern. Kamille lässt sich auch gut mit Lavendel kombinieren.

 

Warnung: Wir übernehmen keine Garantie für diese Tipps zur natürlichen Behandlung bei Depressionen. Sie ersetzen nicht den Gang zum Facharzt. Weiterhin ist jeder Mensch individuell und was dem einem hilft, kann einem anderen schaden. Jeder muss für sich selbst ausprobieren, was und wie ihm hilft bzw. geholfen werden kann.

 

Quelle: https://www.davidwolfe.com/natural-depression-remedies/ [23.01.2018]