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Unsere öffentlichen Gruppentreffen haben wieder begonnen!

Vor der Sommerpause hatten wir den ersten Testlauf in unserer neuen Location für dieses Jahr in Ottenhofen. Und gestern – frischer und herbstlicher ist es geworden ~ hat sich unsere Gruppe ‚Aktiv für die Psyche‘ zum zweiten Mal wieder getroffen.

Thematisch haben wir uns beide Male mit inneren Anteilen beschäftigt: vor den Sommerferien mit dem inneren Kind und nun mit dem inneren Kritiker. Ja, was sind innere Anteile? Stimmen oder Empfindungen in unserem Kopf (oder vielleicht auch  anderswo in unserem Körper: im Herzen?), die uns sehr oft unbewusst beeinflussen, bis wir einen bewussteren Umgang mit ihnen pflegen.

Ich persönlich habe mittlerweile einen guten Kontakt zu meinem inneren Kind aufgebaut. Es gibt auch Zeiten in meinem Alltag, da nehme ich es richtiggehend an die Hand und mache kindliche Sachen für mein Seelenheil. In der Gruppe haben wir darüber gesprochen, wie man Kontakt zu seinem inneren Kind aufnehmen kann. Tiere wurden genannt, in Pfützen springen, sich selbst in den Arm nehmen, seinem inneren Kind schreiben, über Fotos aus der eigenen Kindheit seinem kleinen Jungen oder Mädchen näher kommen. Als Literatur können wir dazu auch die Büchlein von Susanne Hühn empfehlen z.B. dieses aus ihrer Innere-Kind-Reihe heißt ‚Angst loslassen‘: https://www.schirner.com/katalog/das-innere-kind-angst-loslassen-p-16521.html

Ja, und gestern der innere Kritiker: die Stimme in einem, die einen selbst verurteilt, weil sie meint, man hätte sich nicht angemessen verhalten oder sei einfach generell nicht gut genug. Das kann mitunter ganz schön gnadenlos sein. Im Gespräch waren wir uns einig, dass auch diese innere Stimme viel mit unseren Kindheitserfahrungen in Familie und Schule zu tun hat; es geht wieder darum, wie wir erzogen wurden; brav sein, nicht auffallen usw. Worum es bei diesen Erkenntnissen jedoch nicht geht, ist den Eltern, Lehrern oder sonst irgendjemanden, die Schuld für die eigenen Unzulänglichkeiten zu geben. Es ist durchaus wichtig zu wissen, wo etwas herkommt, auch um überhaupt einen Zugang dazu bekommen. Doch ab einem gewissen Punkt ist die Eigenverantwortung sicherlich wichtiger für einen heilsamen Umgang. Wir sind oder ich bin erwachsen und der innere Kritiker spricht in einem selbst. Daher kann es nur meine eigene Aufgabe sein, mit ihm ‚Frieden zu schließen‘.

Wie kann man gesünder mit dieser kritischen Stimme umgehen? Für mich war es erstmal eine Aufgabe, diese Stimme überhaupt zu identifizieren und klarer zu kriegen, dass das nicht mein wahres Selbst ist. Und dann ist es möglich, mit dem inneren Kritiker bzw. meiner inneren Kritikerin Kontakt aufzunehmen. Wie das genau geht, weiß ich noch nicht. Doch ist für mich die Aussage hilfreich, dass der/die innere KritikerIn auch eine Schutzfunktion hat: Sie oder er will vor Kritik von außen schützen. Ich habe mich bei der Heilpraktikerin für Psychotherapie Anna Fienbork für eine Online-Gruppe angemeldet, um in praktischen Übungen zu lernen, mich mehr mit meinen inneren Anteilen zu befreunden. Mehr Infos dazu hier: https://www.annafienbork.de/#termine

In 2 Wochen trifft sich unsere Gruppe wieder in Ottenhofen und thematisch wollen wir uns mit der Gewaltfreien Kommunikation auseinandersetzen. Hier wollen wir auch einen praktischen Ansatz verfolgen, um dieser tollen Bewusstwerdung von eigenen Verhaltensweisen und Gesprächsstrategien auf die Spur zu kommen.

 

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Kreative Selbstdarstellung der Gruppen(mit~)begründerin

Hallo zusammen,

vor einiger Zeit hatte ich dazu aufgerufen, dass ich mit einem kleinen Team bei der MUT-Tour im Spätsommer mitradeln möchte. Da das unklar ist, ob diese Radtour stattfindet, wollte ich anderweitig Mut beweisen und mehr zu meiner Betroffenheit stehen: heraus gekommen ist eine kreative Darstellung meines Seelenlebens in der Kategorie ‚Gedankenzirkus‘ auf www.mut-tour.de

Vielen lieben Dank an Franziska für die Unterstützung und Aufmunterung, das durchzuziehen. Ich bin sehr froh, dass ich mich das getraut habe. Danke auch an euer Redaktionsteam – toll, dass ihr den Wald als Bild reingebracht habt.

Hier der Link zu meinem Beitrag namens „Ein bisschen Outing ~ Mut beweisen ohne Tour“:

https://www.mut-tour.de/gedankenzirkus/kreative-darstellung-des-seelenlebens-von-shelda/

Schönes verlängertes Wochenende euch allen! Viele liebe Grüße von Andrea Martina Shelda

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Ostergruß und 2-Jähriges

Liebe Alle,

bald könnten wir mit unserer Gruppe 2-Jähriges feiern: wir haben nämlich im April 2018 angefangen uns zu treffen. Doch unsere persönlichen Treffen finden zur Zeit nicht statt, den geplanten Gruppenausflug müssen wir leider verschieben und insbesondere angesichts der momentanen Lage ist einem vielleicht so gar nicht zum Feiern zumute.

Wir hoffen, ihr kommt trotzdem zurecht und habt vielleicht diese Woche Sonne getankt. Wir wünschen euch immer wieder ein freundliches Gesicht auch in dieser kontaktarmen Zeit und vielleicht ist dieser Gruß eine kleine Aufmunterung.

Wann die Treffen wieder beginnen können, ist schwer zu sagen. Vielleicht müssen wir erstmal auf einen anderen Raum ausweichen. Aber ganz sicher holen wir den Ausflug zum Schliersee so bald wie möglich nach. Außerdem gibt es die Überlegung, Treffen virtuell zu organisieren – am besten auch inkl. Telefonzugang. Dazu evtl. nächste Woche mehr..

Also, haltet die Ohren steif und lasst gern von euch hören!
Andrea & Viki

Bildnachweis: Kranich 17, Pixabay

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Kein Gruppentreffen diesen Donnerstag (19.03.20) und Corona-Hilfen

Liebe GruppenteilnehmerInnen und Interessierte,

aus bekannten Gründen findet das Treffen unserer Selbsthilfegruppe diesen Donnerstag, den 19.03., nicht statt. Wir bitten um Verständnis dafür.

Auch zwei Wochen später – am Do, den 02.04. – können wir uns nicht im AWO-Seniorenzentrum treffen. Sollte sich die Lage bis dahin doch wieder etwas entspannen, besteht die Möglichkeit sich bei Oli zu treffen, aber das entscheiden wir erst Ende März/Anfang April. Ebenso ob wir unseren geplanten Gruppenausflug zum Schliersee am Karsamstag (11.04.) unternehmen können.

Wer Hilfe für Besorgungen oder Ähnliches braucht, kann sich nach Hilfsteams in seiner Gemeinde erkundigen. Ein guter Anlaufpunkt könnte auch die Nachbarschaftshilfe vor Ort sein; eventuell haben einige Apotheken einen Lieferdienst für Medikamente. Auf dieser Website kann man aktuell auch Hilfe suchen oder anbieten: https://www.quarantaenehelden.org/#/

Für Gespräche gibt es die Telefonseelsorge unter 116 123 und etliche Beratungsstellen bieten weiterhin telefonische sowie Mailberatung an. Auch beim Traumahilfezentrum München ist aktuell 2 Stunden am Tag ein Krisentelefon für Betroffene wegen Corona freigeschaltet: https://www.thzm.de/thzm-und-corona/

Abschließend noch die Nummern des ärztlichen Bereitschaftsdienst: 116 117 und des psychiatrischen Krisendienst in Oberbayern: 0180 – 655 3000.

Wir wünschen euch alles Gute für diese Zeit!
Andrea & Alex
‚Aktiv für die Psyche‘ in Markt Schwaben

PS: In Markt Schwaben hat sich am Mittwoch unter Federführung der Kolpingfamilie eine Aktionsgruppe gegründet unter dem Namen „Bürger für Bürger“. Auf der Webseite der Kolpingfamilie kann man seine freiwilligen Dienste ab 19. März anbieten, die zum Ziel haben, Hilfebedürftige in diesen Corona-Zeiten zu unterstützen. Wer Hilfe benötigt kann sich ab Montag unter der Nummer (0178) 178 50 71 melden. Heute werden im Ort dazu 6000 Flugblätter verteilt. Eine Mail-Adresse gibt es auch schon: buergerfuerbuergerms@gmail.com.

Noch mehr Hilfen im Landkreis Ebersberg hier – https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/ebersberger-land-ort28613/ebersberg-bayern-corona-krise-landkreis-ebersberg-steht-zusammen-13604466.html

 

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Mitradler gesucht für Tagesstrecke bei der MUT-TOUR Ende August 2020

Seit ein paar Jahren wird deutschlandweit mit der MUT-TOUR auf einen aktiven und offeneren Umgang mit Depressionen hingearbeitet. Von der Webseite der Veranstalter:

Die MUT-TOUR ist Deutschlands erstes Aktionsprogramm, bei dem sich Menschen mit und ohne Erfahrung mit Depression auf Tandems, in Kajaks und beim Wandern durch ganz Deutschland bewegen. Dabei erleben die Teilnehmenden gemeinsam Bewegung, Struktur und Natur. Somit eröffnet die MUT-TOUR neue Wege in der Gesundheitsprävention. Während ihrer Etappenwege teilen die Teilnehmenden ihre positiven Erfahrungen mit Journalisten und leisten dadurch einen Beitrag für einen unverkrampften Umgang mit Depression als Erkrankung. Das Ziel ist es, einmal in einer Gesellschaft zu leben, in der angst- und schamfrei mit psychischen Erkrankungen umgegangen wird. Die diesjährige MUT-TOUR startet am 20.06. in Stadthagen und endet am 30.08.2020 in Regensburg. Interessierte können sich momentan noch für eine Etappen-Teilnahme bei uns melden.

Am Freitag, den 28.08.2020 ist ein Aktionstag in München geplant und danach wird nach Regensburg weiter geradelt. Ich würde gerne mit einer Gruppe von mind. 6 Personen bei einer individuellen Mitfahr-Aktion dabei sein. Man begleitet das Etappenteam für 5-15 km und hat dann noch die Rückfahrt. Es wäre schön, wenn sich noch 5 Mitradler finden würden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit der MUT-TOUR vereinbaren kann, am Samstag, den 29.08.2020 einen Streckenabschnitt zwischen München und Landshut mitzufahren. Wie viele Kilometer wir mitradeln wollen, können wir natürlich in der Gruppe ausmachen.

Wer Lust hat, bitte gerne bei mir melden: andrea@depression-erding.de – ich werde es auch in der Selbsthilfegruppe ansprechen.

Hier noch mehr Infos zu Mitfahr-Aktionen der MUT-TOUR: https://www.mut-tour.de/mach-mit/aktionstage/individuelle-mitfahr-aktionen/

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Von der Seele schreiben + unterstützende Videos

Letzten Donnerstag haben wir uns länger mit dem Thema ‚über Erfahrungen schreiben‘ beschäftigt. Anlass war das Buch „Heilung durch Schreiben“, in dem ein viertägiges Schreibprojekt zum besseren Verarbeiten von Traumas oder emotional aufwühlenden Erlebnissen beschrieben wird. Unsere Gruppe war geteilter Meinung: Einige denken, dass man Dinge besser dadurch verarbeiten kann, indem man sie aufschreibt. Andere wollten sich nicht zusätzlich belasten, indem sie sich mit schwierigen Themen auch noch schriftlich auseinandersetzen oder bevorzugen das Sprechen. Zwei Teilnehmer waren eher der Meinung, dass man über Aktuelles oder gezielt Positives schreiben sollte.

Ich denke, ich werde das viertägige Schreibprojekt alleine ausprobieren. Laut dem Autor James Pennebaker brauchten Studienteilnehmer, die über belastende Ereignisse schrieben, langfristig weniger ärztliche oder therapeutische Unterstützung, auch wenn es ihnen kurzzeitig nach dem Schreiben eventuell erst einmal schlechter ging.

Später kamen wir noch auf die Themen Meditation, Yoga und Tanzen zu sprechen; außerdem wie sehr es hilft, wenn man anderen helfen kann oder das Gefühl hat, gebraucht zu werden. Am Schluss hat noch eine Teilnehmerin die Videos von der Psychologin Dr. Wlodarek empfohlen, die einen YouTube-Kanal über Life Coaching betreibt. Hier ein Link zum Thema Lebenssinn: https://www.youtube.com/watch?v=AWL1-uP-agY

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Jubiläumsausflug zum Einjährigen Bestehen von ‚Aktiv für die Psyche‘

Mitte April 2018 haben wir das erste Mal ein Treffen unserer Selbsthilfegruppe (SHG) ‚Aktiv für die Psyche‘ in Markt Schwaben veranstaltet. Wir Gruppengründer waren damals recht nervös, aber es hat gut geklappt vor einem großen Publikum. Seither hat sich viel getan; es gibt mittlerweile einen festen ‚Gruppen-Kern‘, im Zuge der Gruppeninventur haben sich die Aufgaben neu verteilt und wir haben uns selbst eine klarere Gruppenstruktur mit zum Beispiel Kommunikationsregeln gegeben.

All diese Dinge sind aus meiner Sicht – als treibende Kraft der Gruppe – sehr gute Gründe, das Einjährige Bestehen unserer SHG zu feiern. Also haben wir uns am Osterwochenende mit 2 Autos aufgemacht zum Wildpark nach Oberreith hinter Gars am Inn. Wir haben uns angeregt unterhalten, die Tiere angeschaut, ein paar sind auf den Aufsichtsturm hoch und eine Rast haben wir schließlich vor der Kletteranlage im Wald eingelegt.

Eindrücklich war dann auch der Besuch eines Bienen-Hauses, mir haben die gewaltigen Findlinge (große Steine) aus dem Inntal imponiert und besonders ansprechend fanden die meisten von uns die Wollschweine. Anders als beispielsweise die Wildschweine in Poing wirkte deren Familiengefüge recht harmonisch und die Tiere fühlten sich in ihrem Familienverbund sichtlich sau-wohl 😉

Am Nachmittag haben wir dann die Flugschau im Wildpark Oberreith angeschaut; ein besonderes Erlebnis! Der Falkner erzählte von seinem Alltag mit den Raubvögeln und dass es unbedingt notwendig ist, dass jedes Tier eine Handaufzucht ist, um irgendeine Chance zu haben, dass sich der Vogel an Menschen gewöhnt. Uhu, Geier & Co. sind nur knapp über unseren Köpfen geflogen und zuletzt hat sich ein fränkischer Milan bei seinem ersten oder zweiten Freiflug längere Zeit geweigert, zurück zu seiner ‚Vogel-Frau‘ zu fliegen und sich stattdessen einfach auf dem Reh-Gehege niedergelassen bzw. immer wieder seine Segelrunden gedreht.

Wir haben im Anschluss noch die Ponys und Alpakas gestreichelt und gefüttert. Bevor wir den Park endgültig verlassen haben, ging es noch 5min auf die Kinder-Wildpark-Eisenbahn und wir sind noch einmal mit Lok-Antrieb und einer anderen Perspektive ein Stück des Parks abgetuckert. Für mich ein rundum gelungener Ausflug zum 1. Geburtstag von ‚Aktiv für die Psyche‘!

PS: Wer Fische mal gründeln sehen will, kann das derzeit auch in Oberreith..

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Gefühlsleben @work – Gedanken zum Buch von Vivian Dittmar

Haben Gefühle Platz im Arbeitsleben? Darf ich meinen Gefühlen offen und ehrlich Ausdruck verleihen? Warum ist das in der Vergangenheit auch mal so richtig schief gegangen?

Diese und ähnliche Fragen schwirren mir seit ein paar Monaten im Kopf herum. Angefangen hat es mit einer neuen Arbeitsstelle, bei der ich zu Beginn gefühlt 😉 von negativen Gefühlen überflutet wurde und nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte. Mittlerweile habe ich mich ein bisschen ge-settled und fühle mich langsam sicherer im Job. Geholfen haben mir dabei berufliches Coaching und ein Buch, das ich mir von einer Kollegin ausgeliehen habe: Gefühle @work ~ Wie emotionale Kompetenz Unternehmen transformieren kann.

Die Autorin Vivian Dittmar gibt in diesem Büchlein einen Überblick über ihre grundlegenden Erkenntnisse des oft schwammigen Gefühl-Begriffs. Eine erste wichtige Unterscheidung, die sie trifft und deren Verständnis mir weiter geholfen hat, ist der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen. Unter Gefühlen versteht sie notwendige soziale Kräfte, während Emotion bei ihr „Gefühle aus der Vergangenheit [bezeichnet], die damals überwältigend waren und deshalb nicht gefühlt wurden“ (S. 37). In diesem Zusammenhang spricht sie auch von emotionalen Altlasten. Für mich persönlich schließe ich daraus Folgendes: Wenn ich im zwischenmenschlichen Miteinander von einer Sache so ge-triggered werde, dass sich meine Gedankenwelt fast nur noch darum dreht, ist wahrscheinlich eine emotionale Altlast im Spiel und ich hüte mich besser davor, meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.

Gleichzeitig ist jedoch nicht zu vergessen, dass Gefühle eine soziale Funktion haben. Auch wenn ich weiß, dass ich schnell ge-triggered werden kann, ist es wichtig, Gefühle zu erkennen und erst einmal für mich auch anzunehmen. Egal ob mit einer emotionalen Altlast oder einem Gefühl als soziale Kraft; irgendwie muss ich mich damit auseinandersetzen, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Die vielleicht nett gemeinten Ratschläge in Bezug auf mein reges Gefühlsleben wie ‚Mach dir nicht so viele Gedanken‘ oder auch ‚Leg dir mal eine dickere Haut zu‘, haben bei mir noch nie zu viel geführt, außer dass ich mich unverstanden fühle und vielleicht selbst noch mehr verurteile.

Zurück zu Vivian Dittmar und den Gefühlen @work: Sie hat einen Gefühlskompass entwickelt, bei dem sie 5 Grundgefühle unterscheidet; das sind Angst, Freude, Scham, Trauer und Wut. Da kommt bei mir gleich das Bild aus dem Pixar-Film „Alles steht Kopf“ hoch, der das Zusammenspiel dieser Gefühle anschaulich darstellt (mit Ausnahme von Scham; stattdessen ist in dem Animationsfilm Ekel das fünfte Grundgefühl). Im Buch beschreibt die Autorin, welche Kraft in jedem der 5 Grundgefühle steckt, wobei ihr sehr wichtig ist, dass sich jedes Gefühl positiv und negativ äußern kann. Gehen wir sie der Reihe nach durch:

  • Angst kann in der positiven Ausprägung zu Innovation führen, weil ich mich überwinden muss. Die Schattenseite von Angst ist Lähmung, wenn ich mich einfach nicht überwinden kann.
  • Freude drückt sich positiv über Wertschätzung aus und zwar darüber, dass etwas, das erwartet wurde, tatsächlich eingetroffen ist. Wenn ich mir allerdings einen Fehlschlag nicht eingestehen kann und stattdessen alles ’schön rede‘, zeigt sich der Schatten der Freude als Illusion.
  • Scham als soziale Kraft ist dann hilfreich, wenn ich mich selbst reflektiere und meinen Umgang mit meinen Mitmenschen überdenke bzw. einen anderen damit finde. In der negativen Ausprägung führt Scham dazu, dass ich mich ständig in Frage stelle – Vivian Dittmar spricht hier von Selbstzerfleischung.
  • Trauer führt im positiven Sinne dazu, dass ich Situationen annehmen kann, die unabänderlich sind. Die Schattenseite von Trauer ist die Resignation; wenn ich zu schnell aufgebe, weil ich denke, ich kann eh nichts verändern.
  • Zu guter Letzt noch Wut (- die ich im oben genannten Pixar-Film so toll dargestellt finde mit dem  brennenden Kopf): Durch Wut wird Energie frei und ich kann in Aktion treten; also zwischenmenschlich so agieren, dass die Situation, über die ich mich ärgere, sich verändert. In der negativen Ausprägung führt Wut zu Zerstörung, wenn ich ohne Rücksicht auf Verluste quasi alles kurz und klein schlage.

Zu Beginn des Blog-Beitrags habe ich drei Fragen gestellt, die ich nun nach der Lektüre von Gefühle @work versuchen möchte zu beantworten plus der Zusatzfrage der Auflösung des Ganzen.

  1. Haben Gefühle Platz im Arbeitsleben? Ja, das haben und müssen sie – in der Arbeit und im Leben allgemein. Dazu fällt mir das Lied ‚Ich bin doch keine Maschine‘ von Tim Bendzko ein und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man krank wird, wenn man seine Gefühle unterdrückt oder ihnen nicht genug Raum in seinem Leben geben kann.

  2. Darf ich meinen Gefühlen offen und ehrlich Ausdruck im Arbeitsleben verleihen? Wie oben beschrieben ist hier die Unterscheidung zwischen emotionaler Altlast und einem Gefühl als sozialer Kraft wichtig. Im Hinterkopf versuche ich zu behalten, dass ich nicht sofort reagiere und auch nicht total eintauche in mein Gefühlsleben, wenn es mich gerade ‚über-mannt‘. Vivian Dittmar spricht von Gefühlen parken, wenn sie einen in einer Situation gerade überfordern. Das heißt, ich lasse das Gefühl zu – unterdrücke es also nicht, aber versuche es dann irgendwie zur Seite zu schieben und mich später damit zu beschäftigen. Außerdem muss ich davon ausgehen, dass es für das zwischenmenschliche Miteinander ganz wichtig ist, dass ich (und mein Gegenüber) meine (bwz. wir unsere) Gefühle ausdrücken. Ich möchte lernen, meine Gefühle angemessen auszudrücken.

  3. Warum ist das in der Vergangenheit auch mal schief gegangen? Weil ich mich von einer emotionalen Altlast dazu habe hinreißen lassen, meine Gefühle unangemessen auszudrücken – eigentlich lief das fast automatisch ab. Wenn ich genau hinschaue, habe ich in der ein oder anderen Situation aus heutiger Sicht wohl überreagiert, wusste es damals aber nicht besser, weil ich unbewusst an Situationen aus meiner Kindheit/Jugend erinnert wurde, die ich damals nicht verändern konnte. Damals war ich diesen Gefühlen ausgeliefert und so wurden sie zu emotionalen Altlasten. Heute aber bin ich erwachsen und kann und möchte mit gewissen Situationen anders umgehen: Ich möchte meine Gefühle besser im Griff haben.

  4. Und wie kann ich das jetzt tun? Erst einmal finde ich es wichtig, dass ich mir diese ganzen Zusammenhänge bewusst gemacht habe. Was ich diese Woche im Arbeitsalltag festgestellt habe, ist, dass mir Anteilnahme an meiner Situation von Kollegen oder auch im privaten Bereich hilft. Vivian Dittmar empfiehlt in ihrem Buch außerdem eine Methode, die ich (noch) nicht ausprobiert habe: das bewusste Entladen. Dabei ‚kotzt‘ man sich sozusagen 5-10 Minuten bei einer Person seines Vertrauens über eine belastende Situation aus, ohne dass man irgendwas zurückhält. Das Gesagte wird dabei absolut vertraulich behandelt; also wenn ich das richtig verstehe, reagiert das Gegenüber weder bei noch nach der bewussten Entladung auf das Gesagte. Laut der Autorin ist der erstaunliche Effekt dieser Praxis, „dass Menschen sich in diesem Rahmen innerhalb kürzester Zeit selbst sortieren können. Sie werden sozusagen ihr eigener Coach, einfach dadurch, dass ihnen aufmerksam und wertungsfrei zugehört wird“ (S. 144). So ganz kann ich mir das Ganze noch nicht vorstellen, aber ich finde es einen spannenden Ansatz und wer weiß, vielleicht kann ich ja demnächst bei jemandem bewusst entladen? Mein eigener Coach in Sachen Gefühle @work werden zu können, hört sich auf jeden Fall sehr verlockend an!

 

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Rückblick auf Selbsthilfe-Infoabend beim SpDi Erding

Vergangenen Donnerstag, am 31.1.19, fand beim Sozialpsychiatrischen Dienst kurz SPDI in Erding ein Informationsabend zum Thema Selbsthilfe mit meiner Mitwirkung statt. Schon seit einiger Zeit ist uns Selbsthilfe-Aktiven aufgefallen, dass wir immer mal wieder Anfragen für unsere Selbsthilfegruppe aus dem Erdinger Raum bekommen. Dann hat der Leiter des SpDis in Erding angefragt, ob ich als Referentin für einen Workshop zur Verfügung stehen würde. Gesagt, gemacht – und so stellte ich letzten Donnerstagabend in einem Impulsreferat meinen Weg in die Selbsthilfe vor, während Viki in Markt Schwaben das reguläre Gruppentreffen von ‚Aktiv für die Psyche‘ gestaltet und abgehalten hat.

In Erding hatten sich elf Betroffene und Angehörige von psychischen Erkrankten eingefunden und mit dem schwarzen Hund als ice-breaker begann mein Vortrag. (Anmerkung: Winston Churchill bezeichnete seine Depression als schwarzen Hund und mir gefällt das Bild sehr gut, dass das Ziel ist, sich nicht mehr von seiner Depression ‚übermannen‘ zu lassen, sondern den schwarzen Hund ‚an die Leine zu nehmen‘.] Neben ein paar allgemeinen Infos zu psychischen Erkrankungen und meinen Hindernissen damit, beschrieb ich meinen Weg in die Selbsthilfe. Weiterhin ging es um den Aufbau und heutigen Stand unserer Gruppe sowie ein paar Rahmenbedingungen für Selbsthilfegruppen und meine Er-Kenntnisse zum Thema Selbsthilfe.

Meine Er-Kenntnisse möchte ich an dieser Stelle teilen:

  • Dadurch, dass ich in der Selbsthilfe aktiv geworden bin, erlebe ich mich als authentisch und effektiv; sprich: Ich kann etwas (mit-)bewegen und -gestalten ~ trotz oder gerade wegen psychischer Probleme.
  • Bei mir war langjährige Therapie notwendig, aber jetzt erlebe ich in der Gruppe viel Verständnis füreinander, was mich irgendwie auch (ohne Therapie) ein Stück weit trägt.
  • Auch als Gründungsmitglied [einer Selbsthilfegruppe] will ich mich ‚zumuten‘ können; seit unserer Gründung hatte ich auch eine depressive Phase, bin aber weiter zur Gruppe gegangen und habe versucht im Rahmen meiner Möglichkeiten mitzugestalten.

Die Selbsthilfe-Interessierten haben positiv auf meine Ausführungen reagiert. Wie die Gruppe in Markt Schwaben abläuft, sorgte für viel Interesse und nach und nach entspann sich ein Gespräch, welche Vorstellungen zum Thema Selbsthilfe am Tisch vertreten waren. Neben Betroffenen haben sich auch 2-3 Personen als Angehörige geäußert und vielleicht kann in Erding ja eine Gruppe für Angehörige und Betroffene entstehen.

Unter der Moderation des Leiters vom SpDi Erding einigten wir uns am Schluss auf drei weitere Folgetreffen am Do 28.2.19, 14.3.19 und 28.3.19 jeweils um 18.30 im SpDi Erding (Münchner Str. 44). Falls sich dort nun eine neue Selbsthilfegruppe bildet, hat sie zum einen meine Unterstützung (am 28. Februar und 28. März komme ich auch wieder dazu) sowie eine Anbindung an den Sozialpsychiatrischen Dienst Erding. Ich bin gespannt, welcher Personenkreis sich dort bei den nächsten Treffen einfindet und würde mich freuen, wenn unsere Selbsthilfe-Arbeit weitere Kreise zieht.

Rückblick auf Selbsthilfe-Infoabend beim SpDi Erding
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Kostenloses Comicbuch über Einfluss seelischer Erkrankungen in Familien

Hier der Link, um Comic und Begleitbuch kostenlos zu bestellen: https://www.bapk.de/projekte/die-wunschperle-geschwisterbuch.html

Die Wunschperle“ heißt das Comicbuch, das der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen in Kooperation mit der Barmer herausgebracht hat.

Mit liebevollen Zeichnungen wird die Geschichte einer Schildkrötenfamilie erzählt, deren jüngster Sohn Anton an einer Depression erkrankt.

Anhand Antons Verhalten  werden gleich zu Beginn in kindgerechter Sprache typische Symptome einer depressiven Phase erklärt: Die kleine Schildkröte will nicht mehr mit seinen Geschwistern und Freunden spielen; außerdem schmeckt ihm seine Leibspeise ‚Algenlasagne‘ kaum mehr. 

Weiter geht es in dem Comic mit einer Auseinandersetzung der Eltern, die sich schwer mit dem Eingeständnis tun, dass ihr Jüngster erkrankt ist. Aber auch die Schwierigkeiten, die die Geschwisterkinder bekommen, werden dargestellt.

Als Anton in die sog. Wellen-Klinik muss, haben die Schildkröteneltern nur noch wenig Zeit für ihre anderen beiden Kinder. Zudem werden die beiden Geschwister von Freunden ausgelacht und Antons Bruder bekommt Probleme beim Tauchball, weil es Gerüchte um Antons psychische Erkrankung gibt. 

Während der Rest der Familie weiterhin versucht den normalen Alltag zu bewältigen, wird Antons Klinikaufenthalt beschrieben. Da gibt es den Doktorfisch Dr. Gibraltar, der mit der kleinen Schildkröte therapeutische Gespräche führt. Außerdem geht Anton in die Kunst- und in die Sporttherapie; sehr wichtig ist für ihn auch der Kontakt mit anderen jungen Patienten. Neben Depressionen kommen so auch die Symptome weiterer Störungen zum Ausdruck: Ein kleiner Killerwal hat eine Angststörung und drei weitere Fische ADHS, eine Ess- und eine Sprachstörung.

Spannend wird die Geschichte, als sich Anton und seine neuen Freunde unerlaubt auf die Suche nach einer geheimen Wunschperle machen und dabei mit ihren Ängsten und Sorgen konfrontiert werden. Es geht natürlich alles gut aus, aber sehr schön wird beschrieben, wie die Familie zusammenhält und die Eltern sich Mühe geben, dass auch die Geschwisterkinder in dieser schwierigen Situation nicht zu kurz kommen.

Als selbst Betroffene und Angehörige habe ich dieses doch recht lange Comicbuch (über 100 Seiten!) ‚in einem Happs quasi verschlungen‘. Sowohl den Psychiatrieaufenthalt der kleinen Schildkröte wie auch den Umgang der Familie damit finde ich sehr schön nachgezeichnet und habe viele Situationen wiedergefunden, die ich selbst so ähnlich erlebt habe (oder gern hätte).

Am Ende der Geschichte kommen vier Seiten, auf denen der Doktorfisch grundlegende Begriffe wie Klinik, Therapie, Selbsthilfegruppe, Seele und die 5 im Buch thematisierten Störungsbilder kindgerecht erklärt (Depression, Angststörung, Essstörung, Sprachstörung, ADHS). 

Zusätzlich zu dem Comicbuch gibt es auch noch ein Begleitbuch für Erwachsene, das aus drei Teilen besteht. Der erste Teil geht speziell auf die Situation der Geschwisterkinder ein, zeigt mögliche Probleme (Mobbing, Kontaktabbrüche, Ängste, schlechte Schulleistungen) und erste Lösungswege hierfür auf. Im zweiten Informationsteil wird ausführlicher über die häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen informiert. Der abschließende Serviceteil verweist auf Stellen, wo man Hilfe finden kann.

Hier der Link, um Comic und Begleitbuch kostenlos zu bestellen: https://www.bapk.de/projekte/die-wunschperle-geschwisterbuch.html

Der Comic und das Begleitbuch können kostenlos bestellt werden beim Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.:

Telefon: 0228-71 00 24 00
E-Mail: trostmann.bapk@psychiatrie.de  
Online im Shop: https://www.bapk.de/shop.html