Autor-Archiv admin

Vonadmin

Weihnachtsgruppentreffen 2019

Beim letzten Treffen von Depression Erding Ebersberg in Markt Schwaben im Jahr 2019 ließen wir unser Gruppentreffen mit Kinderpunsch und belegten Baguette ausklingen. Es war wie im letzten Jahr ein entspannte und schönes Treffen vor Weihnachten.

 

 

Vonadmin

Depression kennt keine Liga #GedENKEminute

Am Sonntag, den 10. November jährt sich der Todestag vom ehemaligen National-Torhüter Robert Enke. Der tragische Tod von ihm machte vielen klar, dass eine depressive Erkrankung jeden treffen kann. Teresa Enke baute nach dem Tod ihres Mannes die Robert-Enke-Stiftung auf; die Organisation informiert seit 2010 über die Krankheit und wirkt auch bei Projekte mit, die zur Unterstützung von Betroffenen dienen.

Der Einsatz der Robert-Enke-Stiftung in der Öffentlichkeit war auch der Grund, dass diese Webseite ins Leben gerufen wurde. Später wurde dann unsere Selbsthilfe-Gruppe 2018 gegründet.

Wir finden, die Aktion #GedENKEminute der Robert-Enke-Stiftung ist eine tolle Aktion und bitten hiermit alle Vereine  – egal welche Ligazugehörigkeit im Damen- und Herren-Erwachsenenbereich am Wochenende diese Aktion zu unterstützen

und somit eine breite Masse auf das Thema Depression aufmerksam zu machen. Wir hoffen, dass viele vielleicht den Mut erhalten durch diese Aktion sich Hilfe zu holen und nicht erkrankte sich mehr bewusst machen, dass diese Krankheit existiert.

Viele depressive Leben unsichtbar unter uns allen in der Gesellschaft und diese psychische Erkrankung kann vom Jugendlichen bis zum Rentner jeden treffen. Frühzeitiges Erkennen kann die Krankheit mildern, heilen oder auch Leben retten.

Hiermit rufen wir alle Fußballvereine im Landkreis Erding und Ebersberg dazu auf, dem Aufruf der Robert-Enke-Stiftung zu folgen und am Sonntag eine Gedenkminute abzuhalten.

 

 

 

Weitere Informationen finden sich unter:

http://www.gedenkeminute.de

und

https://robert-enke-stiftung.de

 

 

Vonadmin

Erfahrungsbericht mit Antidepressiva von einem anonymen Teilnehmer

Der sinnlose Bürojob, das momentan überanstrengte Leben, die Ängste, wie und wo es mit mir weitergeht, alles sträubt sich innerlich dagegen, 1000 Fragen keine Antworten. 17 Monate ist es her, da wirkte, Escitalopram nach 5-jähriger Einnahme nicht mehr so wie es sollte oder besser gesagt wie man es gewohnt war.
 
Ich begab mich auf stationär auf eine psychosomatische Station in einer angesessenen Klinik, um einen Medikamentenwechsel vorzunehmen. Eine neue Odyssee nahm ihren Lauf, ahnungslose und teils unwissende Ärzte, die eher von mir beraten wurden anstatt ich von Ihnen, Pfleger, die keine Ahnung haben was ein Antidepressivum mit einem so anstellt im Körper. Therapien, die teils einen Stand der Steinzeit haben. Helfe dir selbst, sonst weiß es keiner.
 
Nach Absprache wurde das Escitalopram von 20 mg auf 0 mg in 2 Wochen abgesetzt und Milnacipran langsam eingeschlichen. Milnacipran, ein eher unbekanntes Medikament, was hauptsächlich in Österreich verschrieben wird aus der Reihe der SNRIs. Da ich, hypersensibles Angstwesen von Haus aus mit permanenter Unruhe getriggert bin, war ich von Anfang an skeptisch. Begründung ganz einfach, das Medikament zielt nicht nur auf Serotonin, sondern auch auf Noradrenalin (ein körpereigener Botenstoff, der als Stresshormon und Neurotransmitter wirkt). Perfekt, beim Einschleichen noch mehr Unruhe und Nervosität als sonst schon. Wieso, weshalb, warum ich trotzdem dem Rat des Arztes folgte, kann ich nur mit einem Aussetzer meines Geisteszustands begründen. 4 Wochen gingen ins Land und das komplette Paket der Nebenwirkungen (ziehen im Hoden, brennen beim Wasser lassen, permanente Unruhe) standen mir bei. Nach ca. 35 Tagen machte ich einen Cut, ich verspürte nicht ansatzweise einen Erfolg. Die wöchentlichen Visitengespräche wurden also wieder spannend, was geben wir jetzt?
 
 
 
Venlafaxin (SNRI), ja ne is klar, hatte vor 10 Jahren nicht funktioniert, aber das sollte man nochmal ausprobieren. Oder was meinen Sie Herr XXXX?
Haben Sie einen Tipp für mich? Wohlgemerkt ein kompetenter und lebenslustiger Klinikarzt der Neurologie. Ich sah ihn des Öfteren an und dachte mir ich sitze auf dem falschen Stuhl. Nur am Rande, hatte es die Station in 6 Wochen nicht hinbekommen meine Krankenakte aus der zum Klinikum angehörigen Institutsambulanz, Luftlinie 200 m, einzusehen. Bürokratie oder ich nannte es komplettes Versagen ein in sich nicht homogen Klinikums. Alles aus den letzten 16 Jahren, sämtliche Medikationen, alle Therapiegespräche, ja mein halbes Leben stand in dieser Akte. Aber zu meinem Pech war meine dortige Ärztin im Krankenstand und Urlaubsmodus. Herausgabe der Akte nur mit Einstimmung und Genehmigung des „Generals“ des Klinikums. Nochmal zur Verinnerlichung, „200 m Luftlinie“. Milnacipran wurde auch dann in einem ambitionierten Start – Ziel Zeitfenster von 7 Tagen abgesetzt. Venlafaxin wurde eingeschlichen, mein ZNS (zentrales Nervensystem) dankte es mir prompt. Die Fußball WM zog ins Land und so langsam wurde mir bewusst hier kann es länger dauern. Die begleitenden Therapien, die zu 80 % aus Sportangeboten bestanden, machte ich mehr unterbewusst als bewusst mit. Zusätzlich stellten sich bei mir Knieprobleme ein, das die ganze Sache nicht leichter machte.
Achtsamkeit wird als neuer Therapie Hype großgeschrieben. Mag ja sein, dass diese Art von Therapieansatz eine Wirkung erzielen kann, nützt, aber nur bedingt, wenn man sich in einem ZNS befindet, das einen permanent signalisiert du bist hier nicht richtig.
 
Meine persönliche Recherche ergab Baclofen (Arzneistoff aus der Gruppe der Muskelrelaxation). Ein Off Label (die Verordnung eines Arzneimittels außerhalb des durch die Arzneimittelbehörden zugelassenen Gebrauchs) Medikament für Menschen mit Alkohol Problemen und Spastiken, was gezielt im ZNS wirkt und nebenbei eine erstaunliche Wirkung gegen aller Art von Ängsten hat. Aber halt „Off Label“ und kein zugelassenes Psychopharmaka. Ohne ärztliches Rezept keine Chance. Aber ich hatte einen Tipp, den ich in der nächsten Visite vortrug. Das wird bei Spastiken eingesetzt, aber hat hier keine Verwendung, so der Oberarzt kurz und knapp. Stattdessen sollte ich doch gegen die ständige Unruhe „zusätzlich“ Seroquel ausprobieren. Standard Medikament für 90 % der Patienten auf dem Klinik Gelände. Verkauft sich also hervorragend. Nächster Tag, nächstes Glück, 25 mg die Einstiegsdosis für Seroquel sollten es sein. Das machte mich auf Anhieb stumpf und dumpf und verschärfte nur die dunklen Stellen in einigen Gehirnregionen. Wie schaffen es Menschen mit 300 mg gerade auszugehen und klar zu denken, dachte ich mir. Dann doch lieben Achtsamkeit und Ergometer. Das Thema Seroquel war für mich vom Tisch. Die Fußball WM zog aus dem Land und Venlafaxin war natürlich nicht der erhoffte Durchbruch. Mit einer Dosis von125mg wurde ich nach ca. 9 Wochen entlassen. Mir ging es schlecht, besser gesagt ich wusste nicht, inwieweit ich überhaupt draußen lebensfähig bin. Die Oberärztin sah mich beim Entlassungsgespräch an und meinte ernsthaft mir ginge es doch gut und das Venlafaxin liegt innerhalb des Spiegels. Machen Sie das beste draus und gehen Sie am Montag wieder arbeiten. Paradoxe Situation, die mir jeglichen Verstand raubte und mich mundtot machte. Meine Gefühlswelt war auf dem Kopf gestellt. Erstmal sacken lassen und raus hier.
 
Ich ging natürlich nicht arbeiten, wie auch. Ein paar Tage später durfte ich wieder zu meiner „Lebensbegleiterin“ und Ärztin in der Institutsambulanz. Warum ich den kein Lyrica (Pregabalin, ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antikonvulsiva) auf der Station bekommen hätte, fragte sich mich als Erstes. Das vertrug ich ja vor 10 Jahren schon so gut. Lyrica wird als sogenannter „Mood Stabalizer“ für Angst Patienten verschrieben. Keine Ahnung, antwortete ich. Lyrica kann ein Abhängigkeitspotenzial entwickeln, so die Standard Antwort auf der Station. Quatsch, sagte meine Ärztin, wissenschaftlich noch gar nicht erwiesen. Alles filmreif, was sich hier abspielt, mit dem Stoff könnte ich an die Medien herantreten und was Großes in Gang bringen. Dass Milnacipran und Venlafaxin bei mir nicht wirken, hätte sie sich gleich gedacht. Ja was nun, 9 Wochen stationärer Aufenthalt für die Katz? Ich sollte es doch nochmal mit Escitalopram versuchen. Wo ist das „Versteckte Kamera“ Team, mir wurde glasklar bewusst „bleibe dir treu“ und nicht den Ärzten. Aber wie mache ich weiter? Sich ganz aufgeben, zu kapitulieren, um einen kompletten Neuanfang im Leben zu starten oder aber mich der weiteren Medikamenten Odyssee hingeben, um in dieser krankhaften Gesellschaft zu funktionieren.
Baclofen ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Aber auch meine Ärztin spielte da nicht mit. Das kann sie ihrem Oberarzt gegenüber nicht verantworten und außerdem habe ich kein Alkoholproblem. Tja, leider dachte ich. Nach kurzer Recherche und aus purer Verzweiflung bestellte ich das Baclofen im „World Wide Web“. Ich entschied mich für den chemischen Weg, um die Maschinerie am Laufen zu halten. Der weitere Plan sah vor Venlafaxin auszuschleichen und Escitalopram mal wieder einzuschleichen bei gleichzeitiger Gabe von Lyrica.
 
Mittlerweile kam der Herbst mit all seinen schönen Facetten und der Oktober stand vor der Tür. Die nächsten Monate schritten voran, ich ging fleißig in die Arbeit und ertrug gnädig die Symptomatik des Ein- und Ausschleichens. Meine Ärztin braucht einen langen Atem mit einem Patienten dessen einziges „funktionierendes“ Medikament aus der Gruppe der SSRI/SNRI in den letzten 15 Jahren nochmal neu aufgerollt wird. Der letzte Versuch mit Escitalopram um die Botenstoffe neu zu sortieren. Was ich und mein Körper wirklich wollten interessierte keinen außer mich selber. Meine Ärztin brauchte Abstand von mir um sich neu zu sortieren, sie war quasi mit ihrem Latein am Ende. Für die vollständige Kapitulation war und bin ich momentan noch nicht bereit. Ich suchte mir Rat im Internet, bei einem Psychopharmaka Spezialisten, der wie sich beim Gespräch herausstellte auch nur „Standard“ Format hatte.
 
Venlafaxin auszuschleichen kann sehr anstrengend und kräftezehrend sein, kann aber muss nicht. Wir Menschen sind so verschieden, dass es dafür ein eigenes Wikipedia braucht. Ich bin in 10 Wochen von 125 mg auf 0 mg und glaubt man gewissen Internet Foren, war das noch viel zu kurz. In Begleitung von ständiger Grippe ähnlichen Symptomen und sogenannten „Brain Zaps“ (Stromstöße) im Kopf schreit der Körper und die Seele „Hurra“. Täglich 8 Stunden Bildschirmarbeit im Büro tun ihr Übriges. Und warum sollte eigentlich
jetzt Escitalopram Wunder erwartend wieder wirken? Diese Frage konnte mir meine Ärztin auf wiederholter Nachfrage medizinisch nicht beantworten. Probieren Sie es einfach aus. Mittlerweile war ich wieder bei 10 mg Escitalopram angelangt. Energie und kraftlos fühlte sich mein Körper an, eine Leere, die in Verbundenheit mit einem außer der Spur laufenden ZNS nur Müdigkeit hervorrief. Es gibt Momente, da möchte ich nur für 1 Jahr in einem Sarg liegen und schlafen. Aufwachen mit einem Reset im Kopf und frischer Energie.
 
Baclofen hatte ich mittlerweile im Schrank stehen. Der Mut fehlt mir es, ohne medizinischen Beistand auszuprobieren. Hab ja auch keine Spastiken und kein Alkohol Problem. Trotzdem bringt es mich zum ersten male in meinem Leben in eine medikamentöse Zwickmühle. Was kann ich schon verlieren, nachdem ich ein bekanntes Baclofen Forum im Internet nach allen Berichten, Nebenwirkungen usw. durchforstet hatte und mir dessen bewusst war das eine kleine Dosis keine schwerwiegenden Auswirkungen hätte. Mal davon abgesehen ist die Liste der Nebenwirkungen vom Baclofen sehr sehr überschaubar, im Vergleich zu einem Antidepressivum ein Witz.
 
Das erneute Einschleichen von Escitalopram hätte ich mir sparen können, keine oder besser gesagt die erwünschte Wirkung trat nicht ein. So saßen meine Ärztin und ich eines Abends für 2 Stunden gegenüber und schoben uns die gedanklichen Fragezeichen gegenseitig zu. Wir gingen die gesamte Palette der Psychopharmaka durch und letztendlich sollte ich „nochmal“ Citalopram ausprobieren, schlug vor ca. 8 Jahren gut an, stand aber später die Nesselsucht (in den Händen und am Dekolleté), die sich im Laufe des Einschleichens entwickelte, im Weg. Der Körper vergisst nicht. Wir schlichen ganz langsam ein, erst ein paar Wochen 2,5 mg, dann ein paar Wochen 5 mg usw.. Bis 10 mg war alles in Ordnung. Somit stand dem nichts im Wege mit der Dosierung höher zu gehen. Die 15 mg wurden erreicht und erste Hautirritationen und Juckreiz stellten sich ein. Die Alarmglocken läuteten und die Stimmung ging in den Keller. Meine Ärztin pochte weiter auf Aufdosierung auf 20 mg, da dies die therapeutische Dosierung sei. Gut, dachte ich dann nichts wie rein ins Unverderben. Die Nesselsucht artigen Symptome am Dekolleté und an einigen Stellen in den Händen kamen, sahen und siegten. Nach einer Woche auf einer Dosierung von 20 mg Citalopram hatte ich dein dumpf drückendes Gefühl auf der Brust und den Bronchien. Nach Absprache mit meiner Ärztin machten wir einen sofortigen Cut, um nicht als Notfall Asthmatiker in einer Klinik zu landen.
Ok, da habe ich ja Erfahrung drin und bin schließlich „Ausschleich“ Experte.
6 Wochen wollte ich mir geben von 20 mg auf 0 mg. Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Ängste stiegen in jeder Pore meines ZNS von Tag zu Tag an. Die Palette der sogenannten „Stimmungsaufheller“ aus der Gruppe der SSRIs und SNRIs waren zu 90 % abgefertigt. Die Wochen des Absetzens verstrichen, 2 fieberhafte Infektionen während der Absetzphase taten ihr Übriges. Anfang Juli 2019 war ich auf 0 mg Citalopram. Die üblichen Absetzerscheinungen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Stimmungsschwankungen, Aggressivität und Brain Zaps stellten sich ungefähr nach einer Woche des Absetzens ein. In der Regel sagt man, 4–8 Wochen kann die Symptomatik schon mal dauern. Darauf zu hoffen, dass es hierzu eine Aussage oder Informationen vonseiten der Ärzte gibt, kann man getrost vergessen. Beste Informationsquelle zum Absetzen von Antidepressiva gibt es im Internet unter adfd.org.
 
Meine Ärztin nahm Rücksprache mit Ihrem Oberarzt um die Stecknadel im Heuhaufen zu finden. Ich verteufel meine Ärztin nicht, sie hat mich nie zu irgendwas gezwungen und ist stets bemüht eine Lösung zu finden, wenn auch nur eine medizinische. Sie ist geduldig mit einem schwierigen Patienten, der selber nicht weiß was er „wirklich“ will. Für die nicht medizinische Lösung gibt es vielfältige Möglichkeiten, konventionelle wie auch unkonventionelle. Mein persönlicher Schlüssel liegt hier in der Traumatherapie die hauptsächlich den Körper und das ZNS mit einbindet.
 
Der Anruf meiner Ärztin ließ nicht lange auf sich warten. Tianeptin, ein sehr unbekanntes trizyklisches Antidepressivum, wenig Nebenwirkungen und ein paradoxes Wirkprinzip als alle anderen auf dem Markt gängigen ADs.
Es ist nämlich ein Serotonin Wiederaufnahme Verstärker. Ich wollte mich vorab nicht informieren und ganz unbedacht an das Medikament herantreten. Einziger Nachteil, die Einnahme findet morgens, mittags und abends statt, jeweils 12,5 mg. Rezept war da, die Vorfreude groß und die Apotheke wurde beauftragt.
 
Zwischendurch erhielt ich eine positive Nachricht eines anderen Klinikums welches mir den Starttermin für meine „deep rTms“ Behandlung gab. Die Anmeldung war dort vor ca. 3,5 Monaten. Deep rtms wird bezeichnet als transkranielle Magnetstimulation. Es ist eine nicht invasive Technologie bei der mithilfe starker Magnetfelder Bereiche des Gehirns stimuliert worden. Ausführliche Berichte dazu gibt es Internet. Die Methode wird auch hauptsächlich für Menschen mit schweren Depressionen angewendet, die nicht auf Antidepressiva ansprechen oder sie nicht vertragen.
 
Da ein noch unbekannter Hautausschlag mit tellerartig großen Flächen meine Haut besiedelte, musste ich das Tianeptin nach nur 2 Tagen Einnahme schlagartig wieder absetzen. Ich begab mich in eine Münchner Hautklinik, da dies komplett Neuland für mich war. Nach ausführlichen Tests (Blut, Stuhl, Entzündungsparameter und Gewebeprobe), die allesamt zum guten ausfielen, herrschte mal wieder Unstimmigkeit und Ratlosigkeit in den Augen der Damen und Herren in Weiß. Dass nach 17 Monaten Medikamentenodyssee der Körper irgendwann sagt „STOP“ war mir so klar wie das Amen in der Kirche. Und was gibts als „Lekkerli“ obendrauf? Na klar, Cortison Infusionen, das Allheilmittel, der Heilsbringer in der global medizinischen Branche. Gut, machen wir das auch noch mit, man will ja nicht noch mehr rote Flecken bekommen. Entlassung nach ca. 1 Woche, sie brauchen Geduld, die Flecken brauchen ein paar Wochen bis sie wieder weggehen. Die Diagnose lautete EEM sprich „Erythema multiforme“. Ich werde mich die nächsten 3 Wochen auf meine rtms Behandlung konzentrieren und lass die Flecken einfach Flecken sein.
 
Ein ausführlicher Erfahrungs- Bericht über die „deep rtms“ Behandlung wird folgen.

weiterlesen

Vonadmin

Gruppeninventur beim Selbsthilfezentrum München

Unser Gruppe nahm das Angebot, über das Selbsthilfezentrum (SHZ) München eine Gruppeninventur durchzuführen, gerne wahr. Am Samstag trafen wir uns und fuhren gemeinsam in die Stadt zum SHZ.

Die geplanten 4 Stunden sollten den Organisatoren und Gruppenmitgliedern die Möglichkeit geben, den Ablauf und die Gestaltung der 14-tägigen Treffen von ‚Aktiv für die Psyche‘ mit Hilfe eines Supervisors zu reflektieren. Das bestehende Konzept sollte überdacht werden und neue Anregungen eingebracht (werden).

Im ersten Schritt forderte uns der Supervisor – Herr Eisenstecken – auf, Vorschläge zu machen, was wir denn an diesem Tag diskutieren wollen. Es kamen einige Themen zusammen und in einem zweiten Schritt durfte jeder drei Punkte bei den Themen setzen, die er oder sie am wichtigsten fand. Die Themen mit den meisten Punkten wurden zunächst besprochen. Nach und nach fiel auf, dass ein Teil der Themen Verbindungen zu anderen hatte.

Mit der Unterstützung von Herrn Eisenstecken konnten wir auch bei schwierigen Themen und auseinandergehenden Meinungen, eine konstruktive Lösung im Team entwickeln. Für uns und Herrn Eisenstecken eine positive Entwicklung! Der Supervisor moderierte das Geschehen sehr gut, ging auf unsere Anliegen ein und regte die Gruppe immer wieder dazu an, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Zum Thema Kommunikation ist uns von Herrn Eisenstecken folgendes in Erinnerung geblieben: Kommunikation findet immer statt, auch wenn diese nicht verbal erfolgt. Jeder Mensch nimmt Gesten seiner Mitmenschen anders wahr und interpretiert die Situation individuell, wobei es verschiedene Sichtweisen auf scheinbar ein- und dieselbe Sache geben kann. Dadurch entstehen Verständnisprobleme, die zu Unruhe unter den Beteiligten führen können. Daher ist es wichtig, wenn auch nicht immer sofort möglich, die Wahrnehmung gegenüber dem anderen zu erklären und Fragen im Detail zu besprechen.

Für unsere zukünftigen Gruppenstunden nehmen wir mit, dass wir miteinander Kommunikationsregeln formulieren wollen und uns mit der Frage der Gruppenleitung beschäftigen wollen: Hat diese jemand oder haben diese mehrere Personen inne und inwiefern übernimmt wer welche Verantwortung? Herr Eisenstecken hat uns empfohlen, dass eine Beschäftigung mit diesen Fragen Konflikte, die häufig in Selbsthilfegruppen auftreten, entschärfen können. Und unterschiedliche Meinungen sind noch keine Konflikte! Der bewusste und respektvolle Umgang mit den unterschiedlichen Meinungen ist das, wofür ich mir Raum in unserer Selbsthilfegruppe wünsche.

Vonadmin

„Aktiv für die Psyche“ am 31.01.2019

Wenn du die Möglichkeit hättest eine Information über deine psychische Erkrankung vor der Öffentlichkeit zu verheimlichen, welche wäre es?“

Und welche sollte die ganze Welt wissen?“

Bin ich schuldig an meiner Erkrankung?“             „Ist überhaupt jemand schuldig, dass ich mich so fühle?“Muss ich für, bzw. gegen etwas kämpfen?“

         Diese und viele andere Fragen beschäftigten unsere Gruppe in der ersten Hälfte bei dem letzten Treffen am 31.01.2019. Unsere recht interessante Diskussion mit einem philosophischen Tiefsinn hat uns wieder bewiesen, wie unterschiedlich unsere Erfahrungen und damit verbundene Meinung sein kann. Es ist eine Bereicherung diese auszutauschen und so einen neuen Blick auf die gestellten Fragen zu bekommen.

Mich persönlich hat eine Aussage sehr zum Nachdenken gebracht: „Ich habe zwei Wörter aus meinem Wörterbuch gestrichen, und zwar Schuld und Kampf. Es ist klar, wenn man gegen etwas kämpft, dann erzielt man nur Gegenkampf. Druck gegen Druck. Es ist und war immer das schlimmste was Menschen machen könnten.“ Gegen was/wem kämpfe ich selbst? Ganz automatisch antworte ich auf die Frage, wie es mir geht mit: „Jaaa, ich kämpfe weiter“. Ich will aber nicht mit mir selbst kämpfen, ich wünsche mir, alles, was in mir passiert, besser zu verstehen und die Vergangenheit langsam zu verarbeiten und akzeptieren. Und natürlich will ich auch nicht mit meiner Umgebung kämpfen! Mein Wunsch, und der von jedem Betroffenen, ist mehr Geduld, Offenheit, Akzeptanz und Freundschaft..

        In der zweiten Hälfte haben wir uns über verschiedene Entspannungsmethoden ausgetauscht und festgestellt, dass jeder den Weg zum Entspannen selber finden muss. Manche von uns tendieren zu ruhigeren, sanften bzw. mentalen Methoden, wie z. B. Progressive Muskelentspannung, Yoga, Fantasiereise, Meditation, Qi Gong, Feldenkreis oder Tai-Chi. Andere können sich gut beim Ausdauertraining entspannen. Diese zählt ja zu den sportwissenschaftlich anerkanntesten Stressbewältigungsmethoden! Wichtig ist es, offen fürs Neue zu sein und es auszuprobieren. Und so wie wir uns in dem Lauf der Zeit ändern, ändert sich auch unser „Entspannungsgeschmack“. Deswegen: auch wenn wir das Gefühl haben, dass die ausgesuchte Entspannungsmethode gar nicht zu uns passt, schließen wir nie die Tür hinter ihr!

Zum Schluss haben wir eine Imaginationsreise mit dieser schönen Übung gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=UEKUB7HSPTE

Ich freue mich auf unser nächstes Treffen!

Und bis dahin nicht vergessen:  RELAX    🙂

Vonadmin

Umgang mit der eigenen psychischen Erkrankung in der Öffentlichkeit

Unsere Selbsthilfegruppe “Aktiv für die Psyche” hat sich nach langen vier Wochen am 17.01.2019 wieder getroffen. Das Thema unseres ersten Treffens war “Umgang mit der eigenen psychischen Erkrankung in der Öffentlichkeit“. Es war eine sehr interessante Gesprächsrunde mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen.

Es ist nie leicht über die eigene psychische Erkrankung in der Öffentlichkeit zu reden. Das Wichtigste am Anfang ist es sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe und Unterstützung braucht. Wie ein Teilnehmer sagte: “Ich darf das fühlen, was ich grade fühle! Es ist in Ordnung und ich muss mich dafür nicht schämen.“ ob Trauer, Wut, Angst, Unsicherheit … das alles ist erlaubt und hat seinen Grund!

Leider haben viele Betroffene in ihrer Umgebung schlechte Erfahrungen gemacht oder sind mit einem – durch Familie, Freunde oder Medien- verzerrten Bild über psychisch erkrankte Menschen aufgewachsen. Solche negativen Einflüsse erzeugten eine noch größere Belastung auf betroffene Menschen mit extremen Folgegefühlen, wie Angst, Scham, Misstrauen. Gedanken wie “was denken sie über mich?“, “Sie halten mich für verrückt oder sogar gefährlich!”, “alle denken, dass ich nicht arbeiten will!” und ähnliches werden ganz eins mit der Person. Die ersten Erfahrungen, die man macht, beeinflussen oft den zukünftigen Umgang mit der eigenen Erkrankung. So passiert es leider häufig, dass man nicht die Hilfe bekommt, die man braucht. Man versteckt sich, leidet alleine. Es kann leider letztendlich auch sehr traurige Konsequenzen nach sich ziehen … desto mehr freut man sich über positive Erlebnisse zu hören! Wenn man Verständnis von der Familie, Kollegen, Freunden bekommt und selbst erfährt, wie viele andere unter uns denselben schwierigen Weg gehen müssen, fühlt man sich nicht so alleine und kann besser und sicherer vor anderen mit seiner Krankheit umgehen.

Egal ob Familienmitglied, Freund, Kollege oder selbst Betroffener:

Geben wir uns in der Gesellschaft gegenseitig die Möglichkeit mehr zu verstehen und vertrauen.

 

Vonadmin

Manisch-depressiv: Alles zur Bipolaren Störung

Der YouTube Channel Glücksdetektiv erklärt ganz gut, wie eine Bipolare Depression abläuft. Es werden typische Symptome der manisch-depressiven Störung erklärt. Vielleicht für selbst betroffene aber auch angehörige ein guter Beitrag.

 

 

 

 

Vonadmin

Bindungs-Traumatisierung Gesprächsabend Mitte November

Bei unserem Gesprächsabend Mitte November hat eine Teilnehmerin über das Thema Bindungs-Traumatisierung informiert. Sie hatte einen Vortrag im Traumahilfezentrum München von der Diplom-Psychologin Anneke Mahler besucht und diese hilfreichen Informationen in unsere Gruppe ‚weitergetragen‘. Wir freuen uns immer, wenn unsere Gruppenteilnehmer im Sinne unseres Gruppennamen ‚aktiv für die Psyche‘ werden und hier folgt ein ausführlicherer Bericht dessen, was unsere Teilnehmerin uns mitgeteilt hat.

Wir erfuhren, dass emotionale Bindung, die schon im Mutterleib beginnt, für das Leben so grundlegend wie Luft zum Atmen ist. Sie sichert das Überleben und die gesunde Entwicklung eines Säuglings. Ein Grundgefühl der Sicherheit, Wärme und Geborgenheit entsteht und trägt durch das Leben.

Wenn diese Bindungserfahrung in den ersten Lebensjahren durch eine Vielzahl von sich anhäufenden Kleinst-Traumen (Mehrzahl von Trauma) gestört ist, führt dies zu einem Kollaps im System und ein Bindungstrauma entsteht. Ein sog. Mikrotrauma kann entstehen, wenn das Kind z. B. emotionale Kälte, Desinteresse, Situationen des Alleinsseins, andauernde Entwertungen, Beschimpfungen, Verfluchen, Herabsetzungen, ständige Überforderungen erlebt. Oder wenn die Eltern oder Bezugspersonen psychisch / physisch krank sind oder sich unberechenbar verhalten, z. B. manchmal liebevoll sind und manchmal beleidigend, dann sinnlose Verbote, Erpressung, Ausgrenzung, Schweigen, Bestechung benutzen. Es können einige wenige dieser genannten Auslöser ausreichen für ein Bindungstrauma.

Es muss aber nicht zu einem Trauma kommen, wenn das Kind eine stabile Beziehung zu einer anderen Bezugsperson hat, wenn positive Kontakte zu Gleichaltrigen vorhanden sind oder wenn es ein wertschätzendes Klima in den Bildungseinrichtungen gibt.

Die Folgen eines Bindungstraumas reichen bis ins Erwachsenenalter. Man fühlt sich so, als ob man auf Dornen läuft, in Alarmbereitschaft lebt, Gefühle der Angst, Wut, Scham, Schuld, des Alleingelassen-Seins und der Hilflosigkeit hat, und diese oft im abrupten Wechsel erlebt und schlecht regulieren kann.

Es macht Mut, zu erfahren, dass unser Gehirn unser formbarstes Organ ist, das wir haben. Wir brauchen die Hoffnung nicht zu verlieren. Die Verhaltensweisen, die uns heute oft behindern, waren früher überlebensnotwendig. Zu erkennen, dass Schuld- und Schamgefühle in der Kindheit entstanden sind, aus der falschen Schlussfolgerung, ich wurde so schlecht behandelt, weil ich es nicht wert bin, o. ä., ist befreiend und erlösend. Eine Therapie mit korrektivem Gegenüber ist wichtig. In einem wertschätzendem Beziehungsklima ist ein ‚Nachnähren‘ möglich, das heißt man kann gewisse Defizite wieder aufholen.

Hier noch ein Video-Tipp von „selfhelpfortrauma“; darin geht es um eine einfache Klopfübung, um sich wieder in der Gegenwart zu verankern: https://www.youtube.com/watch?v=Od5ql7hNP4w

Vonadmin

Wie fängt so eine Depression an

Melanie Sophie eine Youtuberin redet in ihrem  Video über ihre Erkrankung und wie Sie damit umgeht . 

 

Vonadmin

Aktiv für die Psyche – erstes Treffen in Markt Schwaben Nachbericht

Das mittlerweile 4-köpfige Team von Depression Erding/Ebersberg ist sehr erfreut über die rege Teilnahme von ca. 25 Betroffenen, die sich am vergangenen Donnerstagabend in Markt Schwaben zum ersten Treffen der neuen Selbsthilfegruppe eingefunden haben.

Wir 4 – Alex, Viki, Matthias und Andrea – haben zunächst einmal von unseren eigenen Krankheitsgeschichten erzählt. Schnell haben sich einige Teilnehmer in der großen Runde geöffnet und bestätigt, auf welche vielfältige Art und Weise, das Thema psychische Erkrankung unsere Gesellschaft angeht. Sei es Länge der Problematik, unterschiedliches Alter, verschiedene berufliche Hintergründe oder auch die Frage, ob Männlein oder Weiblein: das Thema ist sehr breit gefächert!!

Wir geben unser Bestes, die vorgeschlagenen Themen so umfassend wie möglich vorzubereiten und bei den folgenden Treffen gemeinsam durchzugehen. Erfreut sind wir auch darüber, dass mehrfach der Wunsch geäußert wurde, gemeinsame Freizeitaktivitäten zu unternehmen. Gerne überlegen wir uns, wie wir ab und zu auch außerhalb unserer Gruppentreffen zusammen aktiv werden können.

Die Location im AWO-Seniorenzentrum Markt Schwaben hat uns noch mal überzeugt: Der Speisesaal im Untergeschoss ist schön groß und wir können uns dort ungestört austauschen. Unsere anfänglichen Bedenken, dass die Parkplatzsituation schwierig sein könnte, haben sich nicht bestätigt: Von den Teilnehmern wurden uns viele Parkmöglichkeiten genannt und die Uhrzeit passt auch.

Beim ersten Treffen konnte man sich nur ein wenig kennenlernen und ‚beschnuppern‘. Jedoch fanden wir es toll, wie die Leute auch durch die erlebnispädagogischen Kennenlernspiele von Andrea warm geworden sind. Schon nach dem ersten Treffen ist abzusehen, dass die Gruppendynamik von reger Diskussion geprägt sein wird und wir konnten dadurch bereits viele Vorschläge und Ideen für die nächsten Treffen erhalten.

Das Team ist begeistert, dass die monatelange Vorbereitungszeit, die wir uns für die Gründung von ’Aktiv für die Psyche’ genommen haben, durch die hohe Teilnehmerzahl bestätigt wurde. Wir sind ein junges Team und nun auch dank unserer aufgeschlossenen Teilnehmer beim ersten Treffen bereits um eine Erfahrung reicher: Umso mehr freuen wir uns auf die nächsten Male!