Alex

Ich bin vermutlich schon seit mehreren Jahren depressiv erkrankt, aber
erst seit 3 Jahren offiziell durch die Diagnose eines Therapeuten.
Irgendwann vor 3 Jahren bekam ich einen Namen für mein langes
nächtliches Grübeln und meine häufigen traurigen Phasen. Der Name war
Depression, endlich konnte ich jemand sagen was ich hatte. Nur warf die
Antwort Depression auf Fragen, die mir gestellt wurden, eher noch mal
Fragen auf oder ein Schulter zucken. Nicht sehr viele Menschen können
auch heute damit etwas anfangen. Natürlich ist der Modebegriff Burnout
(Ausgebrannt) ein Begriff. Obwohl ausgebrannt, meiner Meinung nach,
besser passt bei Atomkraftwerk-Brennstäben.

In den letzten Jahren habe ich versucht der Gesellschaft glauben zu
schenken, dass nach den Suiziden von den Fußballern Robert Enke, Andreas
Biermann, dem Schauspieler Robin Williams, die Gesellschaft sich doch
mit dem Thema mehr befasst hätte. Nicht zu vergessen ist auch der
ehemalige Bayern- und Nationalspieler Sebastian Deisler. Alle diese
Fälle haben die Medien bewegt, jedoch kaum Verständnis und Offenheit
erzeugt in der Gesellschaft. Ich habe jetzt daher lange genug zugesehen
und möchte nun mit meinen beschränkten Mitteln versuchen zu helfen
soweit ich kann, im Landkreis Erding und Umland mit dem Thema Depression
als Tabu Thema Schluss zu machen. Ich möchte eine Plattform bieten zum
Austausch und fragen wie andere Menschen im Alltag mit ihrer Krankheit
klar kommen. Ich sehe das Ganze nicht als Selbsthilfe Gruppe, aber ich
habe das Ziel, dass man sich nicht nur virtuell trifft, sondern auch im
sogenannten Real Life.

Gemeinsame Aktionen sind möglich, auch Angehörige die sich Rat suchen
oder besser verstehen möchten wie diese Krankheit abläuft, sollen bei
Depression Erding einen Rat bekommen.

Ich möchte die Menschen nicht therapieren, das kann ich auch nicht.
Jedoch möchte ich meine Erfahrungen weitergeben und Ideen geben, um im
Alltag besser klar zu kommen.

Desweiteren möchte ich mich nicht mehr verstecken. Über Depressionen
sollte man heute offen sprechen können und es sollte genau so normal
sein zu einem Psychotherapeuten zu gehen wie zum Hausarzt. Oder wie es
Reinhard Mey in seinem Lied sagt:

   Ist meine Hilfe denn nicht bloß
   Ein Tropfen auf den heißen Stein?
   Und doch kann, was ich tu‘ vielleicht,
   Wenn meine Kraft allein nicht reicht
   In einem Strom ein Tropfen sein
   So stark, dass er Berge versetzt
   Sagt denn ein Sprichwort nicht zuletzt
   Höhlt steter Tropfen auch den Stein

Ich freue mich, nette Menschen kennenzulernen und ich würde mich freuen
von euch hier zu lesen.