Monatsarchiv Februar 2019

VickiVonVicki

„Aktiv für die Psyche“ am 31.01.2019

Wenn du die Möglichkeit hättest eine Information über deine psychische Erkrankung vor der Öffentlichkeit zu verheimlichen, welche wäre es?“

Und welche sollte die ganze Welt wissen?“

Bin ich schuldig an meiner Erkrankung?“             „Ist überhaupt jemand schuldig, dass ich mich so fühle?“Muss ich für, bzw. gegen etwas kämpfen?“

         Diese und viele andere Fragen beschäftigten unsere Gruppe in der ersten Hälfte bei dem letzten Treffen am 31.01.2019. Unsere recht interessante Diskussion mit einem philosophischen Tiefsinn hat uns wieder bewiesen, wie unterschiedlich unsere Erfahrungen und damit verbundene Meinung sein kann. Es ist eine Bereicherung diese auszutauschen und so einen neuen Blick auf die gestellten Fragen zu bekommen.

Mich persönlich hat eine Aussage sehr zum Nachdenken gebracht: „Ich habe zwei Wörter aus meinem Wörterbuch gestrichen, und zwar Schuld und Kampf. Es ist klar, wenn man gegen etwas kämpft, dann erzielt man nur Gegenkampf. Druck gegen Druck. Es ist und war immer das schlimmste was Menschen machen könnten.“ Gegen was/wem kämpfe ich selbst? Ganz automatisch antworte ich auf die Frage, wie es mir geht mit: „Jaaa, ich kämpfe weiter“. Ich will aber nicht mit mir selbst kämpfen, ich wünsche mir, alles, was in mir passiert, besser zu verstehen und die Vergangenheit langsam zu verarbeiten und akzeptieren. Und natürlich will ich auch nicht mit meiner Umgebung kämpfen! Mein Wunsch, und der von jedem Betroffenen, ist mehr Geduld, Offenheit, Akzeptanz und Freundschaft..

        In der zweiten Hälfte haben wir uns über verschiedene Entspannungsmethoden ausgetauscht und festgestellt, dass jeder den Weg zum Entspannen selber finden muss. Manche von uns tendieren zu ruhigeren, sanften bzw. mentalen Methoden, wie z. B. Progressive Muskelentspannung, Yoga, Fantasiereise, Meditation, Qi Gong, Feldenkreis oder Tai-Chi. Andere können sich gut beim Ausdauertraining entspannen. Diese zählt ja zu den sportwissenschaftlich anerkanntesten Stressbewältigungsmethoden! Wichtig ist es, offen fürs Neue zu sein und es auszuprobieren. Und so wie wir uns in dem Lauf der Zeit ändern, ändert sich auch unser „Entspannungsgeschmack“. Deswegen: auch wenn wir das Gefühl haben, dass die ausgesuchte Entspannungsmethode gar nicht zu uns passt, schließen wir nie die Tür hinter ihr!

Zum Schluss haben wir eine Imaginationsreise mit dieser schönen Übung gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=UEKUB7HSPTE

Ich freue mich auf unser nächstes Treffen!

Und bis dahin nicht vergessen:  RELAX    🙂

Andrea MartinaVonAndrea Martina

Rückblick auf Selbsthilfe-Infoabend beim SpDi Erding

Vergangenen Donnerstag, am 31.1.19, fand beim Sozialpsychiatrischen Dienst kurz SPDI in Erding ein Informationsabend zum Thema Selbsthilfe mit meiner Mitwirkung statt. Schon seit einiger Zeit ist uns Selbsthilfe-Aktiven aufgefallen, dass wir immer mal wieder Anfragen für unsere Selbsthilfegruppe aus dem Erdinger Raum bekommen. Dann hat der Leiter des SpDis in Erding angefragt, ob ich als Referentin für einen Workshop zur Verfügung stehen würde. Gesagt, gemacht – und so stellte ich letzten Donnerstagabend in einem Impulsreferat meinen Weg in die Selbsthilfe vor, während Viki in Markt Schwaben das reguläre Gruppentreffen von ‚Aktiv für die Psyche‘ gestaltet und abgehalten hat.

In Erding hatten sich elf Betroffene und Angehörige von psychischen Erkrankten eingefunden und mit dem schwarzen Hund als ice-breaker begann mein Vortrag. (Anmerkung: Winston Churchill bezeichnete seine Depression als schwarzen Hund und mir gefällt das Bild sehr gut, dass das Ziel ist, sich nicht mehr von seiner Depression ‚übermannen‘ zu lassen, sondern den schwarzen Hund ‚an die Leine zu nehmen‘.] Neben ein paar allgemeinen Infos zu psychischen Erkrankungen und meinen Hindernissen damit, beschrieb ich meinen Weg in die Selbsthilfe. Weiterhin ging es um den Aufbau und heutigen Stand unserer Gruppe sowie ein paar Rahmenbedingungen für Selbsthilfegruppen und meine Er-Kenntnisse zum Thema Selbsthilfe.

Meine Er-Kenntnisse möchte ich an dieser Stelle teilen:

  • Dadurch, dass ich in der Selbsthilfe aktiv geworden bin, erlebe ich mich als authentisch und effektiv; sprich: Ich kann etwas (mit-)bewegen und -gestalten ~ trotz oder gerade wegen psychischer Probleme.
  • Bei mir war langjährige Therapie notwendig, aber jetzt erlebe ich in der Gruppe viel Verständnis füreinander, was mich irgendwie auch (ohne Therapie) ein Stück weit trägt.
  • Auch als Gründungsmitglied [einer Selbsthilfegruppe] will ich mich ‚zumuten‘ können; seit unserer Gründung hatte ich auch eine depressive Phase, bin aber weiter zur Gruppe gegangen und habe versucht im Rahmen meiner Möglichkeiten mitzugestalten.

Die Selbsthilfe-Interessierten haben positiv auf meine Ausführungen reagiert. Wie die Gruppe in Markt Schwaben abläuft, sorgte für viel Interesse und nach und nach entspann sich ein Gespräch, welche Vorstellungen zum Thema Selbsthilfe am Tisch vertreten waren. Neben Betroffenen haben sich auch 2-3 Personen als Angehörige geäußert und vielleicht kann in Erding ja eine Gruppe für Angehörige und Betroffene entstehen.

Unter der Moderation des Leiters vom SpDi Erding einigten wir uns am Schluss auf drei weitere Folgetreffen am Do 28.2.19, 14.3.19 und 28.3.19 jeweils um 18.30 im SpDi Erding (Münchner Str. 44). Falls sich dort nun eine neue Selbsthilfegruppe bildet, hat sie zum einen meine Unterstützung (am 28. Februar und 28. März komme ich auch wieder dazu) sowie eine Anbindung an den Sozialpsychiatrischen Dienst Erding. Ich bin gespannt, welcher Personenkreis sich dort bei den nächsten Treffen einfindet und würde mich freuen, wenn unsere Selbsthilfe-Arbeit weitere Kreise zieht.

Rückblick auf Selbsthilfe-Infoabend beim SpDi Erding