Monatsarchiv August 2018

Andrea MartinaVonAndrea Martina

Selbsthilfe in Sachen Beziehungen, Umgang mit Freunden, Angehörigen usw.

Am vorletzten Donnerstagabend im August stand unser Treffen unter dem Thema der zwischenmenschlichen Beziehungen. Ob mit Familie, Partnern oder anderen Bekanntschaften, zwischenmenschliche Beziehungen wollen gepflegt werden, wenn sie Bestand haben sollen. Gerade das kann für depressiv Erkrankte eine Herausforderung sein, da sich einige in akuten Phasen oft lieber zurückziehen. Hier wollen wir mit unserer Selbsthilfegruppe das Angebot machen, sich auch in schwierigen Zeiten mit Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu treffen.

An unserem Gruppenabend haben wir anhand von 5 allgemeinen Problemstellungen besprochen, wie sich für uns der Umgang mit zwischenmenschlichen Beziehungen gestaltet. Ein erstes Problem, das in jeder Beziehung/Freundschaft usw. auftreten kann, ist das fehlende Interesse am Gegenüber. Wenn man den anderen abstempelt und nicht mehr nachfragt, was ihn oder sie bewegt, kommt es zum Stillstand. Das kann einerseits passieren, wenn z.B. ein psychisch Erkrankter erstmal Ablehnung von einer nahestehenden Person aufgrund der Erkrankung erfahren hat und denkt, dass es immer so sein wird. Oder eben umgekehrt; wenn eine ‚gesunde‘ Person davon ausgeht, dass der Andere jetzt immer krank sein wird.

„Heilung erfolgt, wenn man sich vergegenwärtigt, dass man sein Gegenüber niemals kennt und die Beziehung immer wieder neu herstellt, durch Anteilnahme und Nachfragen.“ (Meyer 2014)

Außerdem kann es zu Beziehungsproblemen kommen, wenn man die eigene Meinung oder das was man selber braucht, immer über die Meinung oder Bedürfnisse des Anderen stellt. Manche Depressive haben das Problem, ihr ‚Eigenes‘ gar nicht mehr richtig zu spüren oder ausdrücken zu können. Hier ist Selbstliebe sehr wichtig und von ‚Gesunden‘ die Haltung, dass der Andere seinen Raum hat oder seinen Anteil bekommen soll, auch wenn er das selbst gerade nicht so gut kann.

Was nun, wenn es zu einem Bruch in der Freundschaft oder Ähnlichem kommt? Verletzungen liegen in der menschlichen Natur; wichtig wäre es aber, sich versöhnlich zu zeigen und auch wieder verzeihen zu können. Einige depressive Erkrankte kennen den Vorwurf ‚Raff‘ dich doch mal auf – das kann doch nicht sein, dass du nichts unternimmst‘ gut. Und Angehörige leiden natürlich oft unter dieser Starre ihrer Lieben. Es wäre schön, wenn diese Vorwürfe immer mal wieder auch unterbrochen werden können und vielleicht in stabileren Phasen eine Aussprache stattfindet.

Unversöhnlichkeit kann nämlich in einem verschlossenen Herzen enden, und

„wer sein Herz verschlossen hat, glaubt, es gegen jemanden bestimmten verschlossen zu haben. Doch tatsächlich richtet sich ein verschlossenes Herz immer gegen einen selbst.“ (Meyer 2014)

Rechts im Bild: Unser schwarzer (Depressions-)Hund und die 5 Problematiken nach Meyer – https://www.huffingtonpost.de/thomas-meyer/die-funf-problemstellungen-der-zwischenmenschlichen-beziehung-und-ihre-heilung_b_5430050.html

 

adminVonadmin

Wie fängt so eine Depression an

Melanie Sophie eine Youtuberin redet in ihrem  Video über ihre Erkrankung und wie Sie damit umgeht . 

 

AlexanderVonAlexander

Beziehung zwischen depressiv Erkrankten

Eine Partnerschaft an und für sich ist nicht immer einfach und über die Jahre von Höhen und Tiefen gezeichnet. Ein Künstler aus dem Landkreis Erding hätte es kaum besser beschreiben können als in seinem Bild mit einem kleinen und einem großen Herzen. Seine Erklärung dazu lautet, dass die Liebe beider Partner immer unterschiedlich groß ist. Mal ist sie stärker und mal weniger stark bei beiden Partnern. Der Trick ist es, beide Herzen auf gleicher Größe zu halten.

Es gibt viele Artikel und Erfahrungen dazu, wie schwierig es für Nicht-Depressive eine Beziehung mit einem depressiv Erkrankten zu führen. Nicht-Depressive benötigen viel Kraft, um einen verständnisvollen Umgang mit der Krankheit zu erlernen. Am Anfang ist es mit Sicherheit sehr schwierig, weil viele Dinge wie beispielsweise plötzliche Stimmungswandel kaum nachvollziehbar oder berechenbar sind.

Es kann hier auch schnell zu einer Überlastung oder einem Burnout bei dem eigentlich gesunden Partner kommen. Wichtig ist es, zu versuchen offen miteinander zur reden – soweit dies möglich ist. Außerdem kann man sich externe Unterstützung und Beratung holen, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß.

So, aber wie ist das nun, wenn beide eine depressive Erkrankung haben und sich bestens mit diesem Gefühl auskennen? Ein häufiges Vorurteil von Nicht-Erkrankten ist die Meinung, das sei nicht gut, weil beide Partner sich gegenseitig runterziehen. Diesen Punkt kann ich aus eigener Erfahrung entkräften. Jedoch sind Menschen und ihre depressiven Erkrankungen so unterschiedlich, dass es auch Fälle gibt, auf die diese Aussage doch zutrifft.

Hier denke ich, dass es schwierig ist, wenn man oft mit dem Thema Suizid belastet wird. Dies erzeugt dann ständige Angst und schadet dem Zusammenleben. Suizidale Gedanken sind meiner Meinung nach WARNSIGNALE, dass jetzt sofort zu handeln ist und dies ist von allen Seiten immer ernst zu nehmen. Selbstmordversuche sind Hilfeschreie nach Unterstützung bei der Suche aus einer ausweglosen Situation.

In einer Partnerschaft von zwei depressiv Erkrankten können beide Partner oft gut aufeinander eingehen und sich unterstützen. Das Verständnis und die Erfahrung mit der Krankheit ist ja auf beiden Seiten vorhanden und depressive Phasen verlaufen meist nicht synchron. So kann es gelingen, seinen Partner authentisch und einfühlsam aufzubauen.

Hier eine Aussage eines Depressiven:

Also prinzipiell ist es ja bei jedem unterschiedlich ausgeprägt; keine Depression gleicht so 100 % einer anderen. In meiner letzten Beziehung war es so dass, je nachdem, wem von uns es schlechter ging, hat der eine den anderen unterstützt und versucht ihn oder sie – im Rahmen seiner Möglichkeiten – aufzufangen. Das ging – je nach Tagesform – mal besser, mal schlechter.

Komplexer wird so eine Beziehung zwischen Depressiven dann, wenn andere Erkrankungen dazu kommen wie Borderline oder Schizophrenie. Auch eine Sozialphobie kann zur Belastungsprobe werden, wenn z.B. ein depressiv erkrankter Partner ein Partygänger ist. Für zwei psychisch Erkrankte kann es also schwierig werden, einen guten gemeinsamen Weg zu finden.

Es kommen aber auch komischerweise immer wieder Raucher und Nicht-Raucher zusammen, obwohl das ziemlich absurd ist 🙂

Ob eine Beziehung zwischen zwei Depressiven funktioniert oder nicht, hängt nicht immer nur von der depressiven Erkrankung ab. Es gibt auch noch weitere Paar-Probleme, und mit manchen Problematiken, die psychisch gesunde Partner nicht zusammen meistern können, haben depressive Paare gar keine Probleme. Man kann also nicht pauschal sagen, welche Beziehung funktioniert und welche nicht.

Somit komme ich zu dem Schluss, dass alle Menschen – egal ob depressiv oder nicht – so unterschiedlich sind wie Steine in einem Fluss. Jeder hat andere Erfahrungen gemacht und kommt zu anderen Meinungen. Liebe versetzt ja auch bekanntlich Berge 🙂 Ich hoffe, dass jeder den richtigen Weg findet um zu zweit glücklich zu werden.

 

 

Andrea MartinaVonAndrea Martina

Thema Sehnsucht am 09.08.18

Letzten Donnerstag hat sich unsere Selbsthilfegruppe mit dem Thema Sehnsucht beschäftigt. Nach einer allgemeinen Befindlichkeitsrunde wurde passend zur Ferienzeit eine Geschichte vorgelesen, in der ein Pappkoffer für die Sehnsucht der Autorin steht. Im Anschluss konnte jede/r sich ein eigenes Zitat aussuchen, das sich um Sehnsucht dreht. Hier ein Beispiel:

„Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann.“ (Jean Paul Sartre)

Schließlich hat jedes Gruppenmitglied sein oder ihr Zitat vorgelesen und erzählt, welche Sehnsucht sie damit verbinden. Es fielen Begriffe wie Liebe, Geborgenheit, lernen mit der Krankheit umzugehen, im Urlaub einfach alles mal hinter sich zu lassen, das Meer und mehr:). Auch um den Umgang mit Traurigkeit ging es; ein passendes Zitat einer Teilnehmerin dazu:

Weinen ist wie eine Waschmaschine für die Seele.

Zuletzt haben alle versucht, ein Symbol oder einen Gegenstand für ihre Sehnsucht zu finden und damit haben wir ‚Ich packe meinen Koffer‘ gespielt. Für die nächste Zeit ist ein Frühstücksbrunch in Markt Schwaben oder eine Fahrradtour in den Ebersberger Forst geplant – je nach Wetterlage.

 

Weißt du, dass Pfirsichblüten

innen traurig sind?

Sie haben nämlich in der Nacht geweint,

weil sie so Sehnsucht hatten

nach dem Wind und nach der Sonne,

die doch nachts nicht scheint.

Weißt  du,

dass auch so deine Augen sind?

[Heinz Kahlau]

 

 

AlexanderVonAlexander

Breakdown – Ein Kurzfilm über Depressionen

Ein Film über die Probleme von Depressiven Menschen.Gut erklärt für Angehörige und Menschen die Depressive Gefühlszustände besser verstehen möchten .